Die Gruppe der Network Quilters



Die Gruppe wurde im Jahr 2002 anläßlich eines gemeinsamen Besuchs des Carrefour Européen du Patchwork im Elsaß aus der Taufe gehoben. Der Name beruht auf der Tatsache, dass die Mitglieder, weit über ganz Deutschland verteilt, überwiegend über das Internet kommunizieren. Heute besteht die Gruppe aus sieben Künstlerinnen: Randa Stewner, Katharina Clausen, Anita Lang, Arlette Schnabl, Gabriele Schultz-Herzberger, Lisa Kastner und Pia Welsch (auf dem Bild v.l.n.r).

Die Quilterinnen arbeiten fast ausschließlich zeitgenössisch und weitgehend unabhängig voneinander. Von Zeit zu Zeit findet sich die Gruppe zusammen, um Themen und Konzepte zu entwickeln und diese in Gruppenausstellungen zu präsentieren. Soweit möglich bemühen sie sich, die Ausstellungsräume in ihre Konzeption mit einzubeziehen, den Raum somit zum integralen Teil ihrer Ausstellung zu machen und auch in der Art der Präsentation immer neue Wege zu gehen.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte die Gruppe vor allem mit vier Ausstellungen, die mehrfach gezeigt wurden. 2005 – damals bestand die Formation aus fünf Deutschen und einer Schweizerin – zeigten die Network Quilters unter dem Titel HesseQuilts Arbeiten zu acht Romanen von Hermann Hesse in textilen Installationen. Es wurden unter anderem ein Mediationsraum zu Hesses Roman Siddhartha aufgebaut wie auch das Magische Theater aus dem Roman Steppenwolf. Die Show war sowohl im Hesse Museum in Gaienhofen (D) als auch aus Anlass des 125. Geburtstags des Autors und in Zusammenarbeit mit dem dortigen Hermann Hesse Museum in Montagnola in der Schweiz zu sehen. Zur Ausstellung erschien ein Buch mit dem Titel: Magie+Farbe.

In der Ausstellung Der Weg ist das Ziel (2006) gewährten die Textilkünstlerinnen dem Besucher Einblicke in den Entstehungsprozess ihrer Quilts – es wurde eine Ausstellung von der Entwicklung einer Idee über die verschiedensten Schritte der individuellen künstlerischen Umsetzung. Die Herangehensweisen der verschiedenen Persönlichkeiten reichten von der intuitiven Umsetzung einer spontanen Inspiration bis zur computergestützten Organisation des Projekts. Auch die individuellen Ausführungen zeigten die große Bandbreite der Künstlerinnen sowie vieler gestalterischer Möglichkeiten in einem Quilt.

2009 öffnete das Textilmuseum St. Gallen seine Tore für die Farbräume – Colourfields. Dieser Titel stand für das ausgeklügelte formale Konzept, dem sich die Künstlerinnen bei dieser Ausstellung unterworfen hatten. Jede der Teilnehmerinnen wählte für acht Arbeiten eine einzige Farbe sowie eine bestimmte Form als Grundmotiv, das in identischer Form oder in Variationen in allen Arbeiten enthalten war. Durch weitere Vorgaben zu den unterschiedlichen Farbwertigkeiten der Quilts waren die Künstlerinnen gezwungen, sich intensiv mit ihrer Farbe auseinander zu setzen, angefangen mit dem Prozess des Färbens bis zur fertigen Komposition. Nach eineinhalbjähriger ausschließlicher Beschäftigung mit einer einzigen Farbe ergaben die zusammengetragenen Ergebnisse ein interessantes Kaleidoskop zum Thema Farbe und Farbwertigkeit.

In ihrem vorerst letzten Projekt Musik trifft Stoff widmeten sich die nunmehr sieben Mitglieder der Gruppe wieder einem inhaltlichen Thema, nämlich der Inspiration durch Musik. Jede der Quilterinnen wählte dazu nach eigener Neigung eine Musikrichtung, um ihr Erleben in Stoff umzusetzen. Dabei war Musik aus unterschiedlichen Epochen und Gegenden der Welt vertreten: von Klassik bis zur aktuellen Moderne, von Asien über Europa und Afrika bis Nordamerika.

Das neue Projekt der Gruppe wird sich dem Thema Raum in seinen unterschiedlichsten Assoziationen widmen.

© 2017 Network Quilters
Letzte Änderung: 23.05.2017